Lebenslauf auf Englisch schreiben: Vollständige Anleitung für internationale Bewerbungen
Wer sich international bewerben will, braucht einen Lebenslauf auf Englisch — und der ist grundlegend anders aufgebaut als ein deutscher. Die Unterschiede gehen weit über die Sprache hinaus: andere Struktur, andere Konventionen, andere Erwartungen an persönliche Daten.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen professionellen englischen Lebenslauf erstellen — ohne die typischen Fehler, die Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum sofort verraten.
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber zwei unterschiedliche Dokumente:
Resume (USA, Kanada): Maximal 1–2 Seiten, stark fokussiert auf relevante Berufserfahrung und Ergebnisse. Kein Foto, keine persönlichen Daten. Das ist das Standardformat für die meisten Jobs in Nordamerika.
CV (Großbritannien, Australien, Neuseeland): In der Regel zwei Seiten. Ähnlich dem Resume, aber etwas ausführlicher. Der Begriff “CV” wird im britischen Englisch für alle Lebensläufe verwendet — anders als in den USA, wo “CV” nur im akademischen Kontext genutzt wird.
Akademischer CV (international): Kann deutlich länger sein. Enthält Publikationslisten, Forschungsprojekte, Konferenzen und Lehrerfahrung.
Faustregel: Wenn die Stelle in den USA oder Kanada ist, schreiben Sie ein Resume. Für Großbritannien und Australien einen CV. Für akademische Stellen weltweit einen akademischen CV. Wenn Sie sich für den amerikanischen Lebenslauf-Stil interessieren, haben wir dafür einen eigenen Leitfaden.
Der größte Fehler bei der Übersetzung eines deutschen Lebenslaufs: zu viel übernehmen. Folgende Angaben gehören nicht in einen englischen Lebenslauf:
Was übrig bleibt, ist ein schlankes, ergebnisorientiertes Dokument. Genau das wollen englischsprachige Recruiter sehen.
Nur Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und LinkedIn-Profil. Optional: Stadt und Land (nicht die vollständige Adresse). Keine Anrede, kein Titel vor dem Namen.
Richtig: Max Müller | [email protected] | +49 170 1234567 | linkedin.com/in/maxmueller
Falsch: Dipl.-Ing. Max Müller, geb. 15.03.1990, ledig, deutsch
Zwei bis drei Sätze, die Ihre relevanteste Qualifikation und Ihren Mehrwert zusammenfassen. Kein „Ich bin ein motivierter Teamplayer” — konkrete Ergebnisse und Zahlen.
Beispiel: “Supply chain manager with 8 years of experience in automotive manufacturing. Reduced procurement costs by 15% through supplier consolidation across three European markets.”
Die wichtigste Sektion. Umgekehrt chronologisch, mit Jobtitel, Firmenname, Ort und Zeitraum. Darunter 3–5 Bullet Points mit konkreten Leistungen.
Entscheidend: Verwenden Sie Action Verbs am Anfang jedes Stichpunkts und quantifizieren Sie Ihre Ergebnisse.
Knapp halten. Abschluss, Universität, Jahr. Keine Grundschule, keine Kursbeschreibungen (außer bei Berufseinsteigern).
Technische und fachliche Kompetenzen, Sprachen mit Niveauangabe (z.B. “German (native), English (C1/fluent), French (B2/intermediate)”). Keine Selbsteinschätzungen wie „teamfähig” oder „belastbar” — die gehören in die Professional Summary, untermauert mit Beispielen.
Nur aufnehmen, wenn relevant für die Stelle.
Die direkte Übersetzung deutscher Begriffe führt regelmäßig zu Missverständnissen:
| Deutsch | Falsch | Richtig |
|---|---|---|
| Abitur | ”High School" | "Abitur (equivalent to A-Levels)” / “Abitur (University Entrance Qualification)“ |
| Diplom-Ingenieur | ”Diploma Engineer" | "MSc in Engineering (Dipl.-Ing.)” |
| Ausbildung | ”Education" | "Vocational Training in [Fach]” oder “Apprenticeship as [Beruf]“ |
| Praktikum | ”Practical" | "Internship” |
| Werkstudent | ”Working student" | "Part-time Student Associate” oder “Working Student (part-time role alongside studies)“ |
| Zeugnis | ”Certificate" | "Reference letter” (Arbeitszeugnis) oder “Transcript” (Schulzeugnis) |
| Selbstständig | ”Self-standing" | "Self-employed” oder “Freelance” |
| Berufsschule | ”Job school" | "Vocational School” |
| Studiengang | ”Study course" | "Degree program” |
Besonders tückisch: „Aktuell” heißt nicht “actually” (tatsächlich), sondern “currently”. „Bekommen” heißt nicht “become” (werden), sondern “receive/get”. Diese False Friends sind klassische Fallen.
Englischsprachige Resumes leben von starken Verben am Satzanfang. Vergessen Sie „war verantwortlich für” — übersetzen Sie das nicht als “was responsible for”, sondern verwenden Sie:
Für Führungsrollen: Led, Directed, Managed, Oversaw, Coordinated, Spearheaded
Für messbare Ergebnisse: Increased, Reduced, Generated, Achieved, Delivered, Improved
Für Projektarbeit: Developed, Implemented, Launched, Designed, Established, Initiated
Für analytische Rollen: Analyzed, Evaluated, Assessed, Identified, Researched, Optimized
Für Zusammenarbeit: Collaborated, Partnered, Facilitated, Negotiated, Mentored
Immer Vergangenheitsform (Past Tense) für vergangene Positionen, Gegenwartsform (Present Tense) nur für die aktuelle Stelle.
Über 90% der großen Unternehmen in englischsprachigen Ländern nutzen ein Applicant Tracking System (ATS). Dieses System filtert Bewerbungen automatisch, bevor ein Mensch sie sieht. Wenn Ihr Lebenslauf nicht ATS-optimiert ist, wird er möglicherweise nie gelesen.
So machen Sie Ihren englischen Lebenslauf ATS-tauglich:
Tools wie ResuFit analysieren Ihren Lebenslauf automatisch auf ATS-Kompatibilität und passen ihn an die jeweilige Stellenausschreibung an.
Auch innerhalb der englischsprachigen Welt gibt es Unterschiede:
USA:
Großbritannien:
Australien:
Achten Sie auf die korrekte Rechtschreibung für Ihr Zielland. Ein Resume mit britischer Rechtschreibung für eine US-Stelle wirkt nachlässig — und umgekehrt. Mehr zu häufigen Fehlern, die Recruiter sofort sehen.
Bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken, prüfen Sie:
Ein professioneller englischer Lebenslauf ist Ihre Eintrittskarte in den internationalen Arbeitsmarkt. Nehmen Sie sich die Zeit, ihn richtig zu machen — oder lassen Sie sich von ResuFit dabei helfen, Ihren Lebenslauf automatisch an englischsprachige Stellenausschreibungen anzupassen. Und vergessen Sie nicht: Auch Ihr Anschreiben muss auf Englisch überzeugen.
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Ein Resume ist ein kurzes, 1-2 Seiten langes Dokument für den US-Arbeitsmarkt. Ein CV ist ausführlicher und wird in Großbritannien, Europa und im akademischen Bereich verwendet. In den USA bezeichnet 'CV' nur akademische Lebensläufe.
Nein. In den USA, Großbritannien, Kanada und Australien sind Fotos im Lebenslauf nicht üblich und können sogar dazu führen, dass Ihre Bewerbung aussortiert wird — wegen Anti-Diskriminierungsgesetzen.
Verwenden Sie 'Abitur (equivalent to A-Levels)' für britische Arbeitgeber oder 'Abitur (High School Diploma)' für amerikanische. Übersetzen Sie es nicht als 'High School' ohne Kontext.
Am besten als 'MSc in Engineering' oder 'Graduate Engineer (Dipl.-Ing., equivalent to MSc)'. Das Diplom entspricht in Umfang und Tiefe einem Master-Abschluss.
Nein. Persönliche Angaben wie Geburtsdatum, Familienstand, Nationalität und Religion gehören nicht in einen englischen Lebenslauf. Sie sind in englischsprachigen Ländern nicht nur unüblich, sondern können rechtliche Probleme für den Arbeitgeber schaffen.
Für ein US-Resume: eine Seite für Berufseinsteiger, maximal zwei Seiten für erfahrene Fachkräfte. Für einen britischen CV: zwei Seiten sind Standard. Akademische CVs können länger sein.