Unbewusste Voreingenommenheit im Bewerbungsprozess
Der Bewerbungsprozess ist eine der wichtigsten Aufgaben für Recruiter, und für Bewerber kann er eine lebensverändernde Erfahrung sein. Doch was passiert, wenn unbewusste Vorurteile ins Spiel kommen, und wie beeinflussen sie den Recruitingprozess? In diesem Beitrag beleuchten wir, wie sowohl Recruiter als auch Bewerber von Vorurteilen betroffen sein können und was sie dagegen tun können.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Ein Recruiter sichtet einen Stapel Lebensläufe für eine offene Stelle. Er stößt auf einen Lebenslauf mit einem ungewohnt klingenden Namen und zieht sofort Schlüsse über die Qualifikation und Eignung des Bewerbers – ohne es zu merken. Dies ist ein Beispiel für unbewusste Voreingenommenheit: Der Recruiter trifft Annahmen über den Bewerber basierend auf dem Namen.
Im DACH-Raum, wo das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland Diskriminierung im Bewerbungsprozess verbietet, ist dieses Thema besonders relevant. Trotz rechtlicher Rahmenbedingungen zeigen Studien, dass Bewerber mit nicht-deutsch klingenden Namen bei gleicher Qualifikation seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden.
Stellen wir nun den Bewerber vor – eine hochqualifizierte Person mit relevanter Erfahrung und Kompetenzen. Leider gelangt diese Person aufgrund der Vorurteile des Recruiters möglicherweise nicht einmal in die Interviewphase. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie unbewusste Voreingenommenheit den Bewerbungsprozess negativ beeinflusst.
Um diese Vorurteile zu überwinden, müssen Recruiter sich ihrer eigenen Denkprozesse bewusst werden und ihre Annahmen aktiv hinterfragen. Dies gelingt durch:
Auch Bewerber können aktiv gegen unbewusste Vorurteile vorgehen:
Unbewusste Vorurteile haben erhebliche Auswirkungen auf den Recruitingprozess – für Recruiter und Bewerber gleichermaßen. Indem wir uns unserer eigenen Vorurteile bewusst werden und Schritte unternehmen, sie zu hinterfragen, können wir einen fairen, qualifikationsbasierten Bewerbungsprozess sicherstellen.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen eine Straße entlang und sehen eine Person, die auf eine bestimmte Weise gekleidet ist. Möglicherweise löst das eine Voreingenommenheit in Ihnen aus. Sie sehen jemanden in Kapuzenpulli und Jeans und nehmen an, dass die Person wenig professionell ist – oder Sie sehen jemanden im Anzug und nehmen automatisch an, dass diese Person erfolgreich und vertrauenswürdig ist.
Diese Annahmen mögen harmlos erscheinen, können aber negative Konsequenzen haben. Im beruflichen Kontext führt Stereotyp-Bias dazu, dass qualifizierte Kandidaten aufgrund äußerer Merkmale benachteiligt werden – unabhängig von ihren tatsächlichen Fähigkeiten.
Diese Art der Voreingenommenheit ist als „Stereotyp-Bias” bekannt: Wir treffen Annahmen über Menschen basierend auf ihrem Erscheinungsbild oder anderen Merkmalen. Um Stereotyp-Bias zu überwinden, ist es wichtig:
Wir alle begegnen im Alltag Situationen, in denen wir voreingenommen sein können – positiv oder negativ. Indem wir uns unserer Vorurteile bewusst werden und Schritte unternehmen, sie zu hinterfragen, schaffen wir eine inklusivere und gerechtere Arbeitswelt für alle. Im DACH-Raum gibt es bereits vielversprechende Initiativen wie die „Charta der Vielfalt”, die Unternehmen bei der Förderung von Diversität und der Reduzierung unbewusster Vorurteile unterstützen.
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