LaTeX Lebenslauf Vorlage: eine Quelle, zwei Builds
Wer nach einer LaTeX-Vorlage für den Lebenslauf sucht, landet in einer Galerie: moderncv, AltaCV, ein zweispaltiges Layout mit Seitenleiste. Diese Formen liegen quer zu dem, was die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, und moderncv selbst ist auf CTAN inzwischen als unverträglich mit getaggten PDFs gekennzeichnet.
Direkte Antwort: Entscheiden Sie sich für eine Build-Disziplin statt für eine Klasse. Der LaTeX-Lebenslauf braucht eine .tex-Quelle, zwei Builds, zwei Seiten tabellarisch für Arbeitgeber und volle Länge für die Wissenschaft. Der kurze Build geht an Unternehmen und an deren Bewerbermanagementsysteme. Der lange Build geht an Gremien, die keine Seitenbegrenzung kennen. ResuFit übernimmt die Formulierungsarbeit im kurzen Build.
Das nehmen Sie mit:
moderncv auf der CTAN-Liste “Tagged PDF - incompatible” steht\DocumentMetadata einschaltenDie Antwort steht öffentlich und ist eindeutig. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt (Stand 2026), den Lebenslauf “in tabellarischer Form auf einer bis maximal zwei A4-Seiten” zu schreiben, antichronologisch geordnet und schlicht gestaltet, ohne verspielte Designs und Farbwechsel. In der Anleitung zum Bewerbung schreiben steht derselbe Satz noch knapper: “Er sollte höchstens 2 DIN-A4-Seiten umfassen.” Für eine Kurzbewerbung gilt eine Seite.
Damit ist der erste Build definiert, und die Vorgabe kommt von der Arbeitsverwaltung selbst.
Ein praktischer Hinweis zum Wort “tabellarisch”: Gemeint ist die zweigliedrige Optik aus Zeitraum und Station. In LaTeX bauen Sie die mit Tabulatoren oder einer eigenen Umgebung. Ein echtes tabular als Layoutgerüst kann beim maschinellen Auslesen die Lesereihenfolge verändern. Wie stark, hängt vom jeweiligen System ab, deshalb gehört ein Parse-Test zum Ablauf.
Wie gut ist dein Lebenslauf?
Score kostenlos prüfenBeim zweiten Build hört die Gestaltungsfreiheit ganz auf. Der Leitfaden für die Antragstellung (DFG, Vordruck 54.01, 09/2025) führt den wissenschaftlichen Lebenslauf als verpflichtende Anlage und verlangt dafür den DFG-Vordruck 53.200. Die Formatierung ist ebenfalls vorgegeben, unter anderem Arial 11 pt bei Zeilenabstand 1,2 und Arial 9 pt im Literaturverzeichnis.
Dazu kommt eine harte Obergrenze. Die Hinweise zu Publikationsverzeichnissen (DFG, Vordruck 1.91, 03/2025) lassen in der verpflichtenden Kategorie A maximal zehn Publikationen zu und in der optionalen Kategorie B maximal zehn weitere Einträge.
Ein Fördergeber, der Schriftart und Zeilenabstand vorgibt, lässt für Gestaltungsfreiheit keinen Platz. Für den Antrag gilt der Vordruck. LaTeX liefert dafür das Publikationsverzeichnis aus der .bib-Datei, in der geforderten Auswahl und in einheitlicher Form. Genau deshalb lautet die Regel eine .tex-Quelle, zwei Builds, zwei Seiten tabellarisch für Arbeitgeber und volle Länge für die Wissenschaft.
Diesen Punkt haben die Vorlagen-Listen noch nicht nachgezogen. CTAN führt moderncv (Version 2.6.1 vom 24.06.2026) unter dem Thema “Tagged PDF - incompatible”. Die Themenseite beschreibt sich selbst als Sammlung von Paketen, die nicht tagging-kompatibel sind. currvita steht dort ebenfalls, und scrlttr2 aus KOMA-Script auch, also ausgerechnet die Klasse für das DIN-gerechte Anschreiben.
Warum das jetzt zählt: LaTeX News 42 (LaTeX Project, November 2025) meldet, dass getaggte und barrierefreie PDF-Ausgabe das Prototypstadium verlassen hat und “can be used in production workflows … as long as one restricts the documents to already-supported packages”. Das Projekt pflegt dazu eine laufend aktualisierte Datenbank mit dem Tagging-Status je Paket. Die Overleaf-Dokumentation (2026) beschreibt den Ablauf auf der eigenen Plattform: TeX Live 2025 erzeugt die Tags automatisch, sobald eine \DocumentMetadata-Deklaration über \documentclass steht.
Ein PDF ohne Tags bleibt lesbar. Der Text lässt sich markieren, und ein Parser kann Zeichen daraus ziehen. Was fehlt, ist die deklarierte Struktur: Die Maschine sieht eine Seite, wo im getaggten Dokument eine Überschrift mit anschließender Liste stünde. Wie gut ein einzelnes System damit umgeht, unterscheidet sich, also erzeugen Sie die getaggte Fassung und testen Sie einen Parse-Durchlauf.
Daraus wird eine prüfbare Regel: Wählen Sie eine Klasse, die in der Tagging-Statusdatenbank unterstützt ist. Ein schlichtes article mit geometry, hyperref und eigenen Abschnittsformaten trägt beide Builds und kommt weiter als die meisten Galerie-Klassen.
Wie viel Zurückhaltung im Layout sinnvoll ist, zeigt unser minimalistischer Lebenslauf. Den Parse-Test beschreibt der ASCII-Lebenslauf im Detail.
Das ist der Punkt, an dem LaTeX jedem Textverarbeitungsprogramm überlegen ist. Beide Formen entstehen aus derselben Quelle, ein korrigiertes Datum oder ein neues Paper wird also genau einmal gepflegt.
% lebenslauf.tex
\DocumentMetadata{tagging=on, lang=de-DE}
\documentclass[11pt,a4paper]{article}
\usepackage[margin=2cm]{geometry}
\usepackage{hyperref}
\newif\iflangfassung
\ifdefined\LANGFASSUNG \langfassungtrue \fi
\begin{document}
\input{abschnitte/kopf}
\input{abschnitte/berufserfahrung}
\input{abschnitte/ausbildung}
\iflangfassung
\input{abschnitte/publikationen-vollstaendig}
\input{abschnitte/lehre}
\input{abschnitte/drittmittel}
\else
\input{abschnitte/publikationen-auswahl}
\fi
\end{document}
Zwei Befehle erzeugen die zwei Dateien:
latexmk -pdf -jobname=lebenslauf-arbeitgeber lebenslauf.tex
latexmk -pdf -jobname=lebenslauf-wissenschaft -usepretex -pretex="\def\LANGFASSUNG{}" lebenslauf.tex
Diese Bedingung ist der ganze Trick hinter der Regel eine .tex-Quelle, zwei Builds, zwei Seiten tabellarisch für Arbeitgeber und volle Länge für die Wissenschaft. Alles Gemeinsame liegt in abschnitte/, die Abweichung steckt in fünf Zeilen, und die beiden PDFs können nicht auseinanderlaufen, weil es nur einen Satz Fakten gibt.
Ein Textverarbeitungsprogramm verlangt zwei gepflegte Dokumente und Ihr Gedächtnis. ResuFit formuliert den kurzen Build in der Sprache der jeweiligen Stellenanzeige, also genau den Teil, zu dem die Satzmaschine keine Meinung hat. Sie können Ihr fertiges PDF bei ResuFit hochladen und die LaTeX-Quelle als Ihr Archiv behalten.
Wenn Ihre Jobtitel Ihre Kompetenzen untertreiben, überträgt sich der Aufbau aus unserem funktionalen Lebenslauf unverändert auf LaTeX.
| Arbeitgeber-Build | Wissenschaftlicher Build | |
|---|---|---|
| Seiten | Höchstens zwei (Bundesagentur für Arbeit) | Vorgabe der Förderorganisation |
| Form | Tabellarisch, einspaltig | DFG-Vordruck 53.200 |
| Publikationen | Auswahl | Kategorie A und B, je maximal zehn |
| Typografie | Frei, schlicht | Arial 11 pt, Zeilenabstand 1,2 |
| Klasse | Tagging-fähig | Tagging-fähig |
| Ausgabedatei | lebenslauf-arbeitgeber.pdf | lebenslauf-wissenschaft.pdf |
| Quelle | Dieselbe lebenslauf.tex | Dieselbe lebenslauf.tex |
| Gewohnheit | Besserer Weg |
|---|---|
| Zweispaltiges Layout mit Seitenleiste | Einspaltig von oben nach unten |
| Balken und Ringe für Sprachniveaus | Benannte Kenntnisse mit einer Kontextzeile |
| Klasse ohne Tagging-Unterstützung | Klasse aus der Tagging-Statusdatenbank |
tabular als Layoutgerüst | Tabulatoren und eigene Umgebungen |
| Ein Dokument für beide Zielgruppen | Zwei Builds aus einer Quelle |
Aufwendige Gestaltung gehört in ein anderes Werkzeug und vor ein anderes Publikum. Unser InDesign-Leitfaden beschreibt diesen Weg.
Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der richtigen LaTeX-Vorlage ist eine Build-Disziplin: eine .tex-Quelle, zwei Builds, zwei Seiten tabellarisch für Arbeitgeber und volle Länge für die Wissenschaft. Wählen Sie eine Klasse, die getaggte PDFs erzeugt, halten Sie den kurzen Build einspaltig auf zwei Seiten, lassen Sie den langen Build so weit laufen, wie es der Vordruck verlangt, und überlassen Sie den Rest fünf Zeilen Bedingung.
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Entscheidend ist die Build-Disziplin. Die Regel lautet: eine .tex-Quelle, zwei Builds, zwei Seiten tabellarisch für Arbeitgeber und volle Länge für die Wissenschaft. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt (Stand 2026) einen tabellarischen Lebenslauf auf maximal zwei A4-Seiten, antichronologisch geordnet und schlicht gestaltet.
Die Bundesagentur für Arbeit schreibt (Stand 2026): "Bauen Sie Ihren Lebenslauf tabellarisch auf. Er sollte höchstens 2 DIN-A4-Seiten umfassen." Für eine Kurzbewerbung soll der Lebenslauf auf eine Seite passen.
Nein. Der Leitfaden für die Antragstellung (DFG, Vordruck 54.01, 09/2025) verlangt für den wissenschaftlichen Lebenslauf den DFG-Vordruck 53.200 und gibt die Formatierung vor, unter anderem Arial 11 pt und Zeilenabstand 1,2 (Arial 9 pt im Literaturverzeichnis).
Die Hinweise zu Publikationsverzeichnissen (DFG, Vordruck 1.91, 03/2025) begrenzen die verpflichtende Kategorie A auf maximal zehn Publikationen und die optionale Kategorie B auf maximal zehn weitere Einträge.
Prüfen Sie das vor der Entscheidung. CTAN führt moderncv (Version 2.6.1 vom 24.06.2026) unter dem Thema "Tagged PDF - incompatible", also unter den Paketen, die kein getaggtes PDF erzeugen können. currvita und KOMA-Scripts scrlttr2 stehen auf derselben Liste.
Ja, und genau das hält beide Builds synchron. Ein Hinweis zur Klassenwahl: Das CTAN-Paket koma-moderncvclassic existiert, weil "the original moderncv-class is incompatible with BibLaTeX". Prüfen Sie die BibLaTeX-Unterstützung, bevor Sie ein Publikationsverzeichnis auf einer CV-Klasse aufbauen.